Auw im Freiamt


Wohnbevölkerung 1983 Einwohner (2015), Fläche 861 ha, davon 185 ha Wald, 489 m. über Meer

Die Pfarrkirche St. Nikolaus befindet sich am südlichen Dorfrand von Auw. Kirchenschiff und Chor entstanden 1705 im barocken Stil. Der Bischof von Konstanz weihte die Kirche am 26. September 1710 ein. Die Kirchgemeinde liess 1749/50 an der Nordostseite einen Kirchturm anfügen. 1795 erfolgte eine vollständige Erneuerung der Inneneinrichtung im späten Rokoko-Stil, der Choraltar stammt aus dem Jahr 1803 oder 1805.

Der Name Auw taucht erstmals im Zürcher Hofrodel auf, dessen Niederschrift in die Zeit der Fraumünsterstiftung 893 fällt. Der Dorfkern entstand unterhalb des Zusammenflusses von Fuchshalden- und Mariahaldenbach, die wohl schon früh zum Bau von Sägerei und Mühle anlass gaben. 1064 begegnen wir dem Namen wieder bei der Aufzählung der ältesten Güter des Gotteshauses Muri.

Kirchlich war Auw zuerst eine Filiale von Sins, seit 1331 mit einer Kapelle. 1637 vereinbarten Die Gemeinden Auw und Rüstenschwil mit dem Abt von Engelberg, eine eigene Pfarrei zu errichten. 1705 begann der Bau der Barockkirche, die heute unter Denkmalschutz steht. Fünf Jahre später erbaute Rüstenschwil seine hübsche Kapelle.

In der Nacht des 9. Hornung 1715 vernichtete ein Grossbrand den Hauptteil des Dorfkerns. Innerhalb von drei Stunden verschwanden 43 Firste, wodurch 150 Personen obdachlos wurden. Dank allseitiger Hilfe erstand das Dorf rasch wieder, wohlicher als zuvor. In Rüstenschwil fielen 62 Jahre später vier Firste einem Dorfbrand zum Opfer.

Das geheimnisvollste Bauwerk der Gemeinde ist die Rüssegger Mauer, eine heute lückenhafte Reihe von senkrecht gestellten Steinplatten. Es ist die einzige derartige Steinreihung im Aargau.

Nachdem schon 1670 im Dorf Schreib- und Leseunterricht erteilt wurde, liessen 1809 die Gerechtigkeitsbesitzer ein Schulhaus bauen.
Das 1972 erbaute regionale Altersheim trägt den Namen der Missionarin Schwester Bernarda Bütler (1887-1924).

Die Bürgergeschlechter der Amhof, Brunner, Bütler, Burkard, Konrad, Villiger sind noch stark vertreten.

Die Landwirtschaft zählt gegenwärtig noch 40 milchwirtschftliche Betriebe.

Als Wohngebiet profitiert Auw von der prächtigen Fernsicht und der nebelarmen Lage.