2. Wunder 2002


Auszug aus der Kolumbianischen Tageszeitung
«EL TIEMPO» über das Wunder in Cartagena auf die Fürbitte von Mutter Bernarda Bütler.

 

Im Jahr 2002 erfährt die Ärztin Mirna Jazmine auf die Fürbitte von Mutter Bernarda eine wunderbare Heilung von einer Lungenkrankheit. Sie war auf der Intensivstation der Klinik Madre Bernarda in Cartagena längere Zeit behandelt worden. Die Ärztin Mirna Liliana Jazmine lag im Sterben. In der Klinik, wo sie vorher selber bemüht war, Leben zu retten, lag sie jetzt als Patientin. Das ganze Personal, und vor allem ihre Familie, weinten am Bett der Sterbenden. Ihr Körper war vom Fieber gezeichnet und litt an einer starken Lungenerkrankung, so wurde sie in der Klinik aufgenommen. Dies geschah am 29. Juni 2002. Zwei Tage später lag sie schon bewusstlos auf der Intensivstation. Die Röntgenbilder und die Diagnose der Ärzte waren hoffnungslos. Nach vier Tagen verständigte man ihre Mutter, Lilian Correa, mit der Nachricht, dass man machtlos war und nichts mehr für sie tun könne. Aber die Mutter wollte sie einfach nicht sterben lassen.

 

Schwester Teresita Giraldo, die Leiterin der Klinik, empfahl ihr, ihre sterbende Tochter Mutter Bernarda anzuempfehlen. Mutter Bernarda war ja die Patronin der Klinik in Cartagena wo der todgeweihte Körper von Mirna jetzt litt. Sie tat es. Schwester Teresita übergab der Mutter auch ein Bild und ein kleines Stück vom Stoff des Ordenskleides von Mutter Bernarda. «Du musst es auf ihren Körper legen, sagte ihr die Ordensschwester.» Die Sterbende war an der künstlichen Beatmung und an Apparaten angeschlossen, die dauernd Flüssigkeit aus den Lungen saugten. So blieb nur der Kopf frei, so dass die Mutter ihr die Reliquie in das braune Haar wickelte unter die blaue Operationshaube. Es war schon Nacht. Die Mutter ließ nicht nach, dauernd mit viel Eifer die Novene zu Mutter Bernarda zu beten. «Heiligstes Herz Jesu...... ich bitte dich vertrauensvoll diese Gnade auf die Fürbitte der seligen Mutter Maria Bernarda». Am nächsten Tag, um sechs Uhr morgens, rief sie in der Klinik an, um nachzufragen, wie es ihrer Tochter gehe. Sie fürchtete das Schlimmste. Es war aber nicht so. Am Telefon sagte man ihr: «Mirna ist auferstanden, es geht ihr besser».

EIN WUNDERBARES ERWACHEN

Schon nach wenigen Tagen erwachte sie aus der Bewusstlosigkeit und ihre Lungen waren geheilt, was die Ärzte sich nicht erklären konnten. Mutter Bernarda hatte bei Gott diese Heilung erwirkt. Dieses Wunder war das Schlüsselzeugnis für den Vatikan, um Mutter Bernarda Bütler zur Ehre der Altäre zu erheben.
Ihre Heiligsprechung wird am 12. Oktober 2008 in Rom stattfinden. Dort wird auch die Ärztin anwesend sein, die von ihrer Krankheit wunderbar geheilt worden war.

 

MUTTER BERNARDA WIRD DIE ERSTE HEILIGE IN KOLUMBIEN SEIN

Obwohl sie nicht in Kolumbien geboren ist, denn sie war eine Schweizerin, hat sie doch einen großen Teil ihres Lebens und Wirkens im kolumbianischen Land verbracht. Sie lebte und

starb in Kolumbien.  Das Leben der Ärztin Mirna ist eng mit der Heiligen verbunden, denn ihrer Fürbitte verdankt sie ihre Heilung. Sie hatte im Kolleg Biffi studiert, das von der Heiligen gegründet worden war. Nach dem Medizinstudium wurde sie in der Klinik «Madre Bernarda» angestellt, welche die Gemeinschaft von Mutter Bernarda erbaut hatte. Dr. Mirna ist 33 Jahre alt, ist heute gesund, ihr Körper ist schlank und sie hat eine südländische Hautfarbe. Sie sagte selbst: «Als gute Katholikin glaubte ich immer auch an Wunder, aber niemals hatte ich gedacht, dass ich eines erhalten sollte.» Heute ist sie aber voll überzeugt, dass Mutter Bernarda für sie bei Gott Fürsprecherin war, um sie zu retten. Dies bestätigten auch die Verantwortlichen bei Hl. Stuhl in Rom, die sogar nach Cartagena gekommen waren, um über diesen Fall zu forschen. Dies alles bestätigt das Zeugnis, dass bei der Heilung von Dr. Mirna etwas Übernatürliches im Spiel war. Man fragte sie: «Beten sie zur Heiligen?» «Nein», sagte sie, «ich spreche einfach mit ihr. So ist es viel besser, verstehen sie?» «Bitten Sie ein neues Wunder?» «Nein, das funktioniert nicht so. Das Wunder, das sie für mich wirkte, war genug». Zur Zeit ist Frau Dr. Mirna die Leiterin der Notfall-Abteilung in der gleichen Klinik, die eine der besten von Cartagena ist und wo sie als Patientin lag. Nach ihrer «zweiten Geburt», sagt sie, sei sie viel sensibler geworden für die Leiden ihrer Patienten. All jenen, denen es gesundheitlich schlecht geht, schlägt sie immer wieder vor, sich an die Heilige zu wenden, die auch sie vor dem Tod bewahrt hatte. Im Haus, wo sie mit ihrer Familie wohnt, atmet man die Verehrung zu Mutter Bernarda. Schon beim Eingang hängt ein eingerahmtes Bild von ihr, auf einem Tischchen sieht man eine kleine Statue, ovenenheftchen und Medaillen. Die junge Ärztin ist unverheiratet, sie sagt aber, dass sie noch ein kleines Wunder erwartet, um einen guten Mann zu finden und eine Familie und mehrere Kinder zu haben. In ihrer Geldtasche bewahrt sie immer noch das winzige Stoffteilchen auf, das sie in ihrer schweren Krankheit im Haar gewickelt hatte und sie vom Tod bewahrte.

«Die erste kolumbianische Heilige»

 

Der eigentliche Name der Heiligen ist Verena Bütler. Sie war die Tochter einfacher Bauersleute aus Auw im Kanton Aargau in der Schweiz. Sie trat in ein Klausurkloster in Altstätten ein. Am 19. Juni 1888 reiste sie in die Mission nach Ecuador. Nach sieben Jahre musste sie aber mit ihren 15 Mitschwestern vor der Revolution von Eloy Alfaro fliehen. Ihre Reise führte sie nach Cartagena in Kolumbien, dort kam sie am 2. August 1895 an, wo sie der Bischof Eugenio Biffi aufnahm. Dort lebte und wirkte sie 29 Jahre lang bis zu ihrem Tode, am 19. Mai 1924. Ihre Arbeit in Cartagena zeichnete sich besonders unter den Armen und Kranken aus. Sie starb im Alter von 76 Jahren. Im Jahr 1995 wurde sie in Rom von Papst Johannes Paul II. am 29. Oktober heilig gesprochen. Die Kongregation, die sie gründete, breitete sich bald aus und erstreckt sich heute über 3 Kontinente. Schon zu Lebzeiten der Heiligen arbeiteten die Schwestern in Schulen und Spitäler, gründeten größere Kollege, später Kliniken und Gesundheitszentren.