Seligsprechung


Seligsprechung von Mutter Maria Bernarda Bütler
am Sonntag, 29. Oktober 1995
in Rom durch Papst Johannes Paul II.


Gegen 9 Uhr beginnt das diplomatische Corps die reservierten Plätze einzunehmen, und um 9.30 Uhr zeigt aufbrandender Applaus, der sich vom Hauptschiff durch die Basilika fortpflanzt, die Ankunft des Heiligen Vaters an, von viel Assistenz begleitet. Papst Johannes Paul II. steigt die Stufen zum Altar hinauf und beginnt mit dem feierlichen Gottesdienst.
Nach dem Kyrie wird der eigentliche Seligsprechungsritus mit dem Verlesen des Lebenslaufes der drei Frauen eingeleitet. Der Bischof der jeweiligen Diözese ist beauftragt, das Leben der Seligen zu schildern, für Maria Bernarda Bütler macht es in spanischer Sprache der Erzbischof Carlos Jose Ruiseco von Cartagena, Kolumbien. Die Bischöfe bitten den Heiligen Vater, die drei Frauen selig zu sprechen. In der Seligsprechungsformel entsprach der Papst dieser Bitte und erklärte, dass die Dienerinnen Gottes ab jetzt selig genannt werden dürfen,
Der Sterbetag von Mutter Bernarda, der 19. Mai, der ja ihr Geburtstag für das ewige Leben ist, wird als Gedenktag bestimmt für die Orte und Diözesen, wo die Schwestern ihrer Kongregation heute noch wirken. Dort darf ihr zu Ehren auch eine heilige Messe mit eigenen Texten gefeiert werden.
Mit Lobpreisungen und Danksagungen und der Enthüllung der Bilder ist die eigentliche Seligsprechungsfeier abgeschlossen. In den Fürbitten wird auf das tugendhafte Leben, das unermüdliche Wirken für Gott und die Menschen und das persönliche Opfer der nunmehr Seligen hingewiesen.
Die sehr einfache, aber beeindruckende Zeremonie endete mit dem päpstli-chen Segen, den der Heilige Vater mit klarer und starker Stimme den vielen Gläubigen spendete. Immer wieder brandeten Jubel und Applaus auf, besonders natürlich unmittelbar nach der Seligsprechung. Die Kirche hat nun drei grossartige Frauen, die ihr Leben ganz in den Dienst Gottes gestellt haben, offiziell zu Seligen erklärt. Nicht nur ein vorbildlich tugendhaftes Leben ist dafür Voraussetzung, sondern auch die Anerkennung eines Wunders, das von einer strengen Ärztekommission als solches bestätigt werden muss. Auf die Fürbitte Mutter Bernardas wurde in Cartagena/Kolumbien am 2. 9. 1967 ein neugeborenes Mädchen, das einen bösartigen und inoperablen Hirntumor hatte, wunderbarerweise und spontan geheilt. Die Geheilte, Lilian Sanchez aus Cartagena sass unter den Pilgern. Was mochte sie wohl empfunden haben?
In Gottesdiensten am Tag vor der Seligsprechung und am Tag danach wurden in den Basiliken St. Paul vor den Mauern und St. Peter die drei Seligen geehrt und um ihre Fürsprache gebeten.
Die Seligsprechungsfeier, die gemeinsamen Gottesdienste und die abschliessende Papstaudienz zeigten das weltumspannnende Wesen der Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen mit Gott und seinem Stellvertreter Papst Johannes Paul II. Die Ehre, die Mutter Bernarda und den anderen Frauen zuteil wurde, soll das Wirken und Leben der Seligen auch vor der Welt offenbaren und soll allen Gläubigen Mut machen für ihren Glaubensvveg.