Danksagung


Sr. M. Consilia Hofer

Franziskaner Missionsschwester von Maria Hilf

8. Juli 1941 – 26. September 2020

 

Als uns am Samstag, 26. September, die Nachricht vom Hinschied unserer lieben Sr. Consilia erreichte, konnten wir es fast nicht glauben. Sie hat uns völlig überraschend verlassen. Mit Sr. Consilia verlieren wir einen hilfsbereiten, liebenswürdigen und engagierten Menschen. Ihre umgängliche Art, ihre Menschenfreundlichkeit, ihr umfangreiches Wissen und ihre grosse Hilfsbereitschaft schätzten wir alle sehr. Sie lebte ihren Glauben und liess uns daran teilhaben. Wir sind dankbar für die gemeinsame Zeit, welche geprägt war von einer wertschätzenden Zusammenarbeit und einem offenen Dialog.


Die folgenden Worte hat Sr. Consilia selber vor ihrem Tod über sich geschrieben:

Ich, Anna Hofer, wurde als älteste Tochter von Johann und Anna, geborene Stoll, in Pichel / Gsies im Südtirol geboren. Am gleichen Tag wurde ich getauft, denn ich war sehr schmächtig und sie hatten Angst, dass ich nicht lange lebe. Die Schulzeit verbrachte ich in Gsies. Als ich nach dem Krieg in die Schule kam, da wurde fast nur italienisch gesprochen. Mit 12 Jahren besuchte ich die Schule der Ursulinen in Bruneck. Ich wollte dort mit 15 Jahren ins Kloster, aber die Eltern waren nicht einverstanden, besonders der Vater nicht. Mein Weg führte mich nach München, wo ich es sehr streng hatte. Einige glaubten, man kann mit Geld viel machen, aber nicht mit mir.

So kam ich nach Bregenz zu Familie Schwärzler. Dort wurde ich wie eine eigene Tochter behandelt. Ich habe heute noch Kontakt zu der Familie, besonders bei Familienfeiern.

Von dort weg führte mich der Herrgott zu den Franziskaner Missionsschwestern nach Gaissau. Am 10. April 1963 trat ich dort ins Kloster ein. Schon bald führte mich der Weg in die Mission. Mein Noviziat absolvierte ich mit 32 anderen Novizinnen in Cartagena. Dort lernte ich auch die spanische Sprache. Dann kam ich für zwei Jahre nach Bogota und 1967 übersiedelte ich nach Assisi ins Generalat. In diese Gemeinschaft traf es mich, weil eine Schwester mit der italienischen Staatsbürgerschaft dabei sein sollte. Ich wollte eigentlich lieber in Kolumbien bleiben, doch der Gehorsam war stärker als mein eigener Wille. In Assisi, Folignio und Rom verbrachte ich die nächsten zehn Jahre. Danach arbeitete ich in Landeck, wo ich sehr gerne war. Im Mai 1986 musste ich Landeck verlassen und das Bernardaheim in Frastanz wurde für mehrere Jahre meine neues Arbeitsfeld, bis ich wieder für sechs Jahre nach Kolumbien durfte. Nach dieser Zeit hiess es wieder zurück nach Österreich.

Leicht fiel es mir nicht immer, aber das Leben ist mit Veränderungen gepflastert. Veränderungen gaben meinem Leben immer wieder Gelassenheit. Der Gehorsam war für mich die Richtschnur und es lag auch ein gewisser Segen darauf. Er forderte mich heraus, und doch muss ich sagen, es war heilsam. Ich lernte von meinen Mitschwestern viel und dafür bin ich dankbar. 

Ein paar persönliche Wort von Sr. Angela und Sr. Flormita an Sr. Consilia:

Liebe Sr. Consilia

Wir wissen, du hinterlässt in der Provinz und der Kongregation eine grosse Lücke. Doch dein Vorbild wirkt in uns fort. Wir möchten dir alle unseren grossen Dank aussprechen, für all deine Mühen und Sorgen. Du warst immer für andere da und warst auch immer ein Ruhepol für alle. Du hast dich auch immer wieder für alle Notleidenden eingesetzt und mit deinen Möglichkeiten geholfen, wo du konntest. Dein Glaube war tief verankert in Gott und die Menschen spürten dein Wohlwollen. Deine Verbindung mit der Gottesmutter Maria und unserer Heiligen Bernarda hat dich sehr geprägt und du hast es uns in Güte und Liebe weitergegeben. Du bist so still und schnell von uns gegangen.

Danke Sr. Consilia für alles. Wir wünschen dir in der ewigen Heimat den Frieden, die Freude und die Ruhe bei ihm zu sein. Denke an uns und wir wissen, du bist bei uns und hilfst uns.

Vergelt’s Gott, dass du ein Stück des Weges mit uns gegangen bist.

Sr. Consilia war es ein grosses Anliegen, das Leben und Wirken der heiligen Maria Bernarda auch an ihrem Geburtsort in Auw bekannter zu machen. So engagierte sie sich als damalige Provinzoberin von 2002 bis 2008 als Präsidentin des Stiftungsrates im Maria Bernardaheim und war auch bis zum Schluss täglich im Heim anzutreffen. Weiter setzte sie sich stark dafür ein, dass die Missionsprokura 2012 an den Geburtsort der heiligen Maria Bernarda verlegt wurde. Zusammen mit ihren Mitschwestern lebte und wirkte Sr. Consilia so am Ursprungsort ihres Vorbildes Mutter Bernarda. Unter anderem half sie aktiv beim Aufbau des Vereins Maria Bernarda mit. Es war unglaublich, mit welcher Kraft und welchem Engagement sich Sr. Consilia bis zuletzt einsetzte und uns von ihrem enormen Wissen profitieren liess. 

Sr. Consilia wird uns allen fehlen und hinterlässt eine schmerzliche Lücke, sei dies als gute Seele im Bernardaheim, als engagierte Person im Vorstand des Vereins Maria Bernarda, als Mitgestalterin von Gottesdiensten oder ganz einfach als offene Gesprächspartnerin irgendwo unterwegs im Dorf. Alle Menschen, die sie persönlich näher kannten, lernten ihre Bescheidenheit, ihre direkte Art bei froher Natur und ihren bedingungslosen Einsatz für Mitmenschen schätzen. Damit erkannten sie im Leben von Sr. Consilia ihr persönliches Lebensmotto: “Da zu sein, Gutes zu tun und Lebensfreude ausstrahlen”.

 

Sr. Angela und Sr. Flormita

Kirchgemeinde Auw

Stiftungsrat und BewohnerInnen Maria Bernardaheim

Verein Maria Bernarda