Herkunftsfamilie und Jahre in Auw
Geburt von Verena Bütler
Aufgewachsen in einer Grossfamilie
Lebhaft musste es auf dem Hofgelände der Bütler „Meissen“ (nach dem Vornamen des Urahns Jeremias Bütler) zugegangen sein. So wohnten hier Maria Bernardas Grossmutter, ihre Eltern, fünf Geschwister, fünf Onkel, drei Tanten und sechs Cousins und Cousinen.
Fünf Brüder für einen Hof
Maria Bernardas Grossvater Heinrich verstarb früh im Jahre 1831 und ihr Vater Heinrich sowie seine Brüder bewirtschafteten den grossen Hof in der Folge gemeinsam.
Nach dem Auskauf der beiden Schwestern und des ältesten und ledigen Bruders Josef (Gemeindeammann von 1861-1880), wurde ein zweites Haus westlich davon gebaut.
1853 wurde der Hof auf die restlichen vier Brüder aufgeteilt. Je zwei Brüder in einem Haus und die Scheune in vier Teilen. Hofteilungen waren zu dieser Zeit üblich und möglich, da vom Ackerbau auf die Milchwirtschaft umgestellt wurde.
Da nun vier Familien vom Hof lebten, musste noch ein Handwerk ausgeübt werden. So übte der Vater von Maria Bernarda den Beruf des Küfers aus. 1877 verkaufte der seinen Hausanteil an seinen Bruder und kaufte die Liegenschaft an der Mühlauerstrasse 15.
Stammbaum mit Geschwistern und deren Kinder
Die junge Verena Bütler
„Der liebe Gott hat mich von zartester Kindheit an mit vielen Gnaden an sich gezogen“
Ihre Familie, wie auch der erweiterte Familienkreis mit Onkeln und Tanten, war religiös geprägt. Ihre Mutter war bekannt für ihre Freundlichkeit und grosse Mildtätigkeit.
Nach ihren späteren eigenen Aussagen, aber auch Zeugnissen ihrer Jugendfreundin, fühlte sie sich schon sehr früh als Kind zu Gott hingezogen und hatte Gotteserfahrungen.
Eine Zäsur gab ihr die Erste Hl. Kommunion. Der Empfang der Kommunion war für sie jedes Mal ein sehr starkes spirituelles Erlebnis. Sie verbrachte bald viele Stunden in stiller Anbetung, was der gesamten Gemeinde auffiel. Auch kleidete sie sich seitdem, entgegen dem Stand der Familie, ärmlich.
„Ich lernte nur, um nicht ganz dumm zu bleiben“
Das bekennte Maria Bernarda später. Für sie war der Schulbesuch eine Qual, aber das Schreiben machte ihr grosse Freude. Ihre Naturschilderungen erfreuten ihren Lehrer.
Auszug aus der Schulchronik
Sittliches Betragengut
Fleissgut
Schulbesuchsehr gut
Fortschrittgut
Talentgut
Bemerkung „Im Rechnen schwach“ (oben Originaleintrag)
Frohe Kindheit
Verena war ein sehr verspieltes Kind mit hohem Bewegungstrieb. Sie liebte es mit anderen Kindern zu spielen und war auch zu Streichen aufgelegt. So band sie z.B. in einer Messe zwei Frauen die Haarbänder zusammen. Sie konnte jeweils das Ende der Schule nicht abwarten und hielt sich sehr gerne in der freien Natur auf. Zeitlebens behielt sie ihre eigene Frohnatur und ein helles Gemüt und Vertrauen in die Zukunft.
Ruf des Herrn in den Jahren 1866/67
Auf Ratschlag vom Kapuzinerpater Beda Kühne klopfte sie Ende Februar oder Anfangs März des Jahres 1866 im Institut Menzingen an.
Nach drei Tagen packte sie grosses Heimweh und nach acht Tagen holten sie Mutter und Vater nach Hause.
Der neue Pfarrer Sebastian Villiger wurde ihr geistlicher Begleiter.
Nach dem Besuch von Pater Beda am 30. April 1867, der ihr das arme Kloster Altstätten vorschlug, entschied sich Verena freudig für einen erneuten Klostereintritt.
Die Mutter war anfänglich gegen den Klostereintritt in Altstätten, willigte aber ein, als der Pfarrer den Entscheid unterstützte.
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