Zeit in Ecuador

Auswanderung 1888

Auswanderungsroute im Jahre 1888
12.6. Abreise um 3 Uhr 30 mit dem Bus nach St. Margrethen und von dort mit Zug nach Basel. Maria Bernarda verzichtet auf den Besuch von Auw. Mit dem Zug von Basel über Delle nach Paris und weiter nach Le Havre.
20.6. Ankunft in Le Havre. Bei der Übernachtung erkrankt Maria Bernarda heftig wegen einer Überdosis Arzneimittel.
22.6. Abfahrt mit dem Dampfer Labrador.
17.7. Ankunft in Colon/Panama. Mit der Bahn weiter nach Panama-City und dort weiter mit einem englischen Schiff.
3.8. Ankunft in Manta/Ecuador. Mit Pferden in der Nacht (Hitze) weiter nach Rocafuerte (9 Stunden). Treffen mit Bischof Schumacher.
8.8. Lebensgefährlicher zweitägiger Weiterritt von Maria Bernarda mit Charitas Brader und dem Bischof nach Chone. Angekommen in Chone stellen die Schwestern als erstes die Kirche in Stand.
14.8. Die Schwestern beginnen ihre Arbeit ohne Geld. Das restliche Geld wird dem Bischof übergeben. Gelebte Armut war ihre Losung.
Der Dampfer „Labrador“ mit dem die Schwestern in die neue Heimat fuhren.
Der Dampfer „Labrador“ mit dem die Schwestern in die neue Heimat fuhren.

Die Mitschwestern auf der Auswanderung

  • Maria Charitas Brader, 28-jährig, 2003 seliggesprochen
  • Maria Isabella Huber, 27-jährig
  • Laurentia Sutter, 22-jährig
  • Dominika Spigi, 19-jährig
  • Otmara Haltmeier, 29-jährig
  • Michaela Rhomberg, 23-jährig

Bischof Peter/Pedro Schumacher

1839 * Kerpen bei Köln

1902  Kolumbien

1885-1895 Bischof von Portoviejo/Ecuador

1895 Mit der Revolution Flucht nach Kolumbien

Ein Portrait von Bischof Peter / Pedro Schumacher

Als Bischof Schumacher 1885 die Leitung seines Bistums antrat, fand er das Land in einem halb-wilden Zustand. Nirgends war ein Priester, nur hier und da eine vereinzelte verwahrloste Schule; Raub und Mord waren an der Tagesordnung, und unter der herrschenden Unsicherheit lag der Landbau vollständig danieder. Zusätzliche Hilfe war der Grund für die Anwerbung von Schwestern für die Diözese.

„Wir alle sind ganz getrost im lieben Gott und loben und preisen Ihn und danken Ihm unaufhörlich …“

Das Reisen behagte Maria Bernarda gar nicht und vertraute sich, wie oben zitiert, Gott an. Die Schiffsfahrt setzte ihr aber mit der Zeit so zu, dass sie schrieb „Nur die übergrosse Liebe zu Euch hält mir noch die Augen offen und die Feder fest in meiner Hand. Sonst wird’s mir alle Augenblicke schwarz und schwindelig vor meinen Blicken, denn die beiden Nächte konnte ich kaum eine Minute schlafen“.

Die Schwestern bei der Auswanderung nach Ecuador.
Stern auf transparentem Hintergrund

In Ecuador 1888 - 1895

Meilensteine in Ecuador
1888Baubeginn des Klösterchen St. Klara am 14. August.

Einweihung am 30. November. Alles sehr einfach. Betten nur mit Brettern. Keine Möbel. Kein Stuhl.
1888Gründung der Kongregation der Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf.
1889Aufnahme der Schule im unteren Stock. Unterrichtete Kinder steigen von 30 auf bald 200.
1890Beginn mit Krankenpflege. Der Ort St. Ana übergibt die Mädchenschule an die Schwestern.
1891Aufnahme der Schultätigkeit in Canoa. Schwester Charitas geht zurück nach Altstätten um Schwestern anzuwerben.
1893Gründung einer Filiale in Tuquerres in Kolumbien.
1895

Start der liberalen und anti-kirchliche Revolution am 5. Juni in Ecuador. Der Bischof muss flüchten.

Am 1. Juli flüchten die Schwestern in die Hafenstadt Bahia und schiffen sich zunächst ohne Ziel nach Kolumbien ein.

Aufnahme des Stadtparks von Chone 1900.
Aufnahme des Stadtparks von Chone 1900.

«…, wo sie so glücklich waren, dass sie ohne Tisch am Boden essen durften»

Mit diesen Worten erinnerte sich Maria Bernarda an Chone. Sie lebte dort mit ihren Schwestern in gelebter Armut und sie war glücklich, ihrem Ideal nahe zu sein, dass sie so sehr anstrebte.

St. Klara in Chone, Ecuador
Oben idealisiertes Bild von St. Klara in Chone, wahr­scheinlich sah es eher wie links aus.
Ein Bild von Eloy Alfaros und weiteren Männern währen der liberalen Revolution in Ecuador 1895

Die sogenannte «Liberale Revolution» ist eine Etappe der Geschichte Ecuadors, die durch die gewaltsame Machtübernahme Eloy Alfaros 1895  eingeleitet wurde. Sie ist charakterisiert durch das Bemühen, die Führung des Staates in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht zu erlangen, Durchsetzung eines umfassenden und strengen Laizismus, aber auch die Position der benachteiligten Schichten insbesondere der ländlichen Regionen zu stärken. Sie war bei Ausbruch extrem anti-kirchlich und anti-christlich. Ihr Schlachtruf war Muera Cristo! Viva la Libertad! (Tod Christus! Es lebe die Freiheit!)

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